DIN EN ISO 45001:2018

Vorgehensweise beim Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem nach
DIN EN ISO 45001:2018 als Nachfolger der OHSAS 18001:2007

Anwendungsbereich und Einführung sowie gesetzlicher Hintergrund

iso450012016-04

Ursprünglich bereits für Ende 2016 angekündigt, wurde die neue ISO 45001 nun offiziell zum 12.03.2018 veröffentlicht. Die internationale Norm löst den bisher geltenden und als „internationale Behelfsnorm“ verwendeten britischen Standard BS OHSAS 18001 für Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsysteme ersatzlos ab.

 Bestehende Managementsysteme müssen an die neuen Anforderungen angepasst werden. Die ist OHSAS 18001: 2017 ist aber parallel zur DIN EN ISO 45001:2018 als Nachfolger noch die nächsten 3 Jahre parallel gültig. 

Zertifikate nach der Norm OHSAS 18001:2017  werden dann nur noch eine Gültigkeit von längstens bis zum März 2021 haben!

Die ISO 45001 kann leichter als die OHSAS 18001 in bereits bestehende Qualitäts- und Umweltmanagement- Systeme integriert werden. Denn alle internationalen Managementsystem- Normen haben nun die gleiche Grundstruktur.

Managementsysteme für Qualität, Umwelt und Arbeitsschutz ermöglichen eine systematische Vorgehensweise und eignen sich für kleine Betriebe ebenso wie für große Firmen.

Für Unternehmen, die schon ein Arbeits- und Gesundheitsschutz-managementsystem nach dem aktuellen Standard implementiert haben oder dies aktuell planen, dürfte der Umstieg auf die ISO 45001 daher ein Leichtes sein. Dennoch wird die ISO 45001 neue Impulse für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in Unternehmen geben.

Zu Zertifizierungsanforderungen – beispielsweise zur Überführung bestehender Zertifizierungen nach OHSAS 18001 in eine Zertifizierung nach ISO 45001 – liegen derzeit noch keine internationalen oder nationalen Regelwerke oder Guidelines vor. Daher können mit Stand Juni 2018 bisher noch keine endgültigen Informationen über eine Zertifizierung kommuniziert werden. Sobald die Regelungen vorliegen, werden die Zertifizierer ihre Kunden zeitnah informieren.

Wir werden aber im Vorgriff unsere Beratung im Bereich der A&G-System sowohl nach OHSAS 18001 als auch der DIN ISO 45001:2018-06 aufbauen.

Kompatibilität mit anderen Managementsystemen

Der Standard ISO 45001 ist wie die OHSAS 18001 sehr gut als „Integriertes Managementsystem (IMS)“ geeignet, d.h. der Normenaufbau des ISO 45001 – Standards entspricht u.a. dem der

  • ISO 9001:2015 (Qualität) und
  • ISO 14001:2015 (Umwelt)

Dies erleichtert Unternehmen die Einführung integrierter Managementsysteme für Qualität, Umwelt, Arbeitsschutz und auch Energie.

Details zur Umsetzung

Bei der ISO 45001 sind wie bei der OHSAS 18001 klare Zielsetzungen, gemäß der Arbeits- und Gesundheitsschutzpolitik (A&G-Politik) des Unternehmens, zu definieren und umzusetzen.
Hierbei müssen die Gefahren und Risiken erkannt, bewertet und beseitigt werden.

Ausgehend von einer umfassenden Gefährdungsbeurteilung und Risikobewertung der internen Prozesse, sind auch hier die entsprechenden technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzziele festzulegen. Aus diesen Schutzzielen müssen die technischen Anforderungen an die Arbeitsmittel, an die fachlichen und arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen und an die eigenen Mitarbeiter sowie an die Kontraktoren (Subunternehmer), bzw. an die Besucher, festgelegt werden.

Aus den Schutzzielen werden dann die entsprechenden Prozesse und Werkzeuge für die Durchführung, Überwachung und die Einhaltung der Schutzziele erstellt, eingeführt und bewertet. Die betrieblichen Notfallsituationen sind in der o.g. Betrachtungsweise miteinzubeziehen.

Weiterhin werden die notwendigen Kommunikationsinstrumente erstellt. Die Überprüfung und die Bewertung der Funktion des AMS führen zur kontinuierlichen Verbesserung des Arbeitsschutzes.

Details zum Zertifizierungssystem

Folgende Vorgaben sollten für eine erfolgreiche Zertifizierung nach DIN ISO 45001 (wie bei der Vorgängernorm, der OHSAS 18001) erfüllt sein:

  • Die Umsetzung einer angemessenen A&G-Politik
  • Die Identifikation von Arbeitsschutzrisiken
  • Die Planung der Zielvorgaben mit den entsprechenden Programmen,
    die einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess sicherstellen
  • Die Erreichung von angemessenen Zielen, die durch das Management gesteuert und bewertet werden
  • Die Leistungsüberwachung des AMS durch interne Audits und die Bewertung des Systems durch die Unternehmensleitung (Management Review)

Vergleich der Anforderungen zum Zertifizierungssystem