Entwicklung von OHSAS
Das Dokument OHSAS 18001 „Arbeitsschutzmanagementsysteme – Spezifikation“
wurde unter der Schirmherrschaft des Britischen Normungsinstitutes (BSI) durch ein Konsortium
aus europäischen Zertifizierungsorganisationen und einigen Normungsinstituten erarbeitet.
OHSAS 18001 wird seit der neuesten Ausgabe aus 2007 nun auch als Norm bezeichnet und
kann nun von den beteiligten Institutionen zur Beurteilung und Zertifizierung von AMS herangezogen
werden.
Die Spezifikation der Reihe „Arbeitsschutzbeurteilung“ (OHSAS) und die dazugehörige Spezifikation
OHSAS 18002, Leitlinien zur Umsetzung von OHSAS 18001, wurden auf dringende Nachfrage von
Kunden nach einer anerkennbaren Arbeitsschutzmanagement- Systemnorm erarbeitet,
die zur Beurteilung und Zertifizierung ihrer Managementsysteme herangezogen werden kann.
Die OHSAS- Spezifikation betrifft den Arbeitsschutz und nicht die Produktsicherheit oder
die Sicherheit von Dienstleistungen.
Der erste veröffentlichte Standard der OHSAS 18001 stammt aus dem Jahre 1999.
Mit der BS OHSAS 18001:2007 wurde er im Jahre 2007 aktualisiert, um eine bessere
Kompatibilität mit anderen Managementsystemen zu erreichen.
Die Spezifikation ist in vier Abschnitte mit Unterabschnitten gegliedert.
Anwendungsbereich
Die OHSAS- Spezifikation kann von jeder Organisation angewendet werden,
die folgende Vorhaben realisieren will:
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- Etablieren eines AMS zur Beseitigung oder Minimierung von Risiken gegenüber Arbeitnehmern und anderen interessierten Parteien, die in Verbindung mit der Organisation Arbeitsschutzrisiken ausgesetzt sein könnten;
- Einführung, Aufrechterhaltung und ständige Verbesserung des AMS;
- Nachweisliche Übereinstimmung mit der eigenen Sicherheitspolitik;
- Demonstration dieser Übereinstimmung nach außen; Zertifizierung/Registrierung ihres AMS durch eine externe Organisation oder Bestimmung des eigenen Arbeitsschutzniveaus und Erklärung der Konformität mit der OHSAS- Spezifikation.
Alle in der OHSAS- Spezifikation enthaltenen Anforderungen sind zur Aufnahme
in ein AMS vorgesehen. In welchem Umfang sie verwendet werden, wird von
Faktoren wie der Sicherheitspolitik der betreffenden Organisation, der Tätigkeitsart,
den Risiken und der Komplexität der Betriebsabläufe abhängen.
Kompatibilität mit anderen Managementsystemen
OHSAS 18001 ist kompatibel mit den Managementsystemnormen
- ISO 9001 (Qualität) und
- ISO 14001 (Umwelt) oder
- ISO 50001 (Energie)
Dies erleichtert Unternehmen die Einführung integrierter Managementsysteme
für Qualität, Umwelt, Energie und Arbeitsschutz.
Die OHSAS- Spezifikation wird bei Bedarf überprüft bzw. geändert
(wie in 2007 geschehen).
Überprüfungen werden bei der Veröffentlichung neuer Ausgaben von
ISO 9001 oder ISO 14001 durchgeführt, damit die Kompatibilität mit diesen
Normen gewahrt bleibt.
Die Spezifikation OHSAS enthält Anforderungen an Arbeitsschutzmanagementsysteme
(AMS), mit deren Hilfe Organisationen ihre Arbeitsschutzrisiken erkennen, lenken und
ihre Leistungen verbessern können. Das Dokument enthält weder spezifische
Leistungskriterien für den Arbeitsschutz noch detaillierte Angaben für die
Gestaltung eines Managementsystems.
Aufbau der Spezifikationen gemäß der BS OHSAS 18001:2007

Die Übergangszeit
Für die Umstellung auf die revidierte Norm wurde von BSI eine Übergangszeit von
zwei Jahren festgelegt. Zertifikate nach der alten OHSAS 18001:1999 sind somit
längstens bis zum 30. Juni 2009 gültig. Um rasch von den Verbesserungen zu profitieren,
wird den bereits zertifizierten Unternehmen jedoch empfohlen, die Verbesserungen und
zusätzlichen Anforderungen umgehend einzuführen.
Die Änderungen
Neben Verbesserungen der allgemeinen Verständlichkeit wird in der
neuen Version dem Gesundheitsschutz eine grössere Bedeutung beigemessen und
die Kompatibilität mit der ISO 9001 und der ISO 14001 klar erhöht.
Die konkreten Änderungen zwischen der BS OHSAS 18001:2007 und OHSAS 18001:1999 sind:
- Dem Thema Gesundheitsschutz wird mehr Bedeutung beigemessen.
- Die OHSAS 18001 wird – neu – als Standard und nicht mehr als Spezifikation bezeichnet.
- Als Bezugsdokumente werden – neu – nur noch internationale Dokumente genannt.
- Neue Definitionen wurden ergänzt und vorhandene wurden überarbeitet.
- Die Kompatibilität mit der ISO 14001 wurde hergestellt und
mit der ISO 9001 verbessert. - Neue Anforderungen zur Hierarchie von Maßnahmen, zur Reduzierung
von Gefährdungen und Belastungen in der Planung wurden eingeführt. - Der Begriff „tolerierbares Risiko“ wurde durch „akzeptierbares Risiko“ ersetzt.
- Der Begriff „Unfall“ ist jetzt im Begriff „ Ereignis“ beinhaltet,
- Die Definition des Begriffs „Gefahr“ bezieht sich – neu – nur noch auf Verletzungen
und Krankheiten und nicht mehr auf Sachschäden oder auf eine Beschädigung
der Arbeitsplatzumgebung, - Die Gefahren durch Sachschäden, die eine Auswirkung auf den Arbeitsschutz
haben können, werden durch den Prozess der Risikobeurteilung identifiziert
und durch die Festlegung entsprechender Maßnahmen gesteuert. - Die Normpunkte 4.3.3 und 4.3.4 sind in Übereinstimmung mit
der ISO 14001 im Normpunkt 4.3.3 „Ziele und Programm(e) zusammengefasst. - Das Management von Änderung wird jetzt deutlicher gefordert.
- Analog zu ISO 14001 ist – neu – eine Bewertung der Einhaltung rechtlicher
Anforderungen gefordert. - Neue Anforderungen zur Teilnahme und Beratung wurden eingeführt.
- Neue Anforderungen für die Untersuchung von Ereignissen wurden eingeführt.
